Dort Kampf, hier Krampf

Aktuelle Arbeits- und Klassenkämpfe in Frankreich und Deutschland

Straßenblockaden, Streiks, Betriebsbesetzungen, Boss-Napping und politische Generalstreiks mit Millionenbeteiligung. Während sich in Frankreich und anderen Ländern die Menschen im Zuge der Krise entschieden zur Wehr setzen, bleibt es in Deutschland weiterhin ruhig. Das ist nichts Ungewöhnliches. Schon seit Jahren schauen viele fast schon neidvoll auf das Nachbarland, wo ArbeiterInnen und Studierende immer wieder soziale Kämpfe führen und beachtenswerte Erfolge erzielen. Das wiederum war nicht immer so.

Seit 1995 haben sich in Frankreich syndikalistische Gewerkschaften in Szene gesetzt und die Gewerkschaftslandschaft nachhaltig verändert. Ihre Konzepte der Basisinitiative und der direkten Aktion haben sogar die großen Gewerkschaften unter Druck gesetzt, kämpferische Dynamiken von unten zuzulassen. Während so die ArbeiterInnen über ihre Forderungen, Kämpfe und Methoden ein gutes stückweit selbst entscheiden können und dadurch einen großen Kampfgeist entwickeln, bestimmen in Deutschland ausschließlich die basisfernen Gewerkschaftszentralen stellvertretend über die Belange der ArbeiterInnen. Es wird alles sozialpartnerschaftlich auf zentraler Ebene ausgehandelt und die direkte Konfrontation in den Betrieben untersagt, wodurch eine Passivität der Menschen erzeugt wird. Die DGB-Gewerkschaften wirken so als ordnende Hand und garantieren den Frieden in den Betrieben, dem Rückgrat des Kapitalismus.

Am Beispiel der gegenwärtigen Klassenkämpfe erläutert Holger Marcks (FAU Berlin, Redaktion „Direkte Aktion“) die Unterschiede zwischen dem sozialdemokratischen und dem syndikalistischen Gewerkschaftskonzept. Im Vordergrund steht dabei die Frage, weshalb die Form der Gewerkschaftsstrukturen entscheidend ist, damit sich antikapitalistische Kämpfe dynamisch entfalten können. Diskutiert werden sollen dabei auch die aktuellen Perspektiven für Basisgewerkschaften in Deutschland.

Mo., 25 Mai 2009, 19.00 Uhr
Konstanz
Radio-Raum im DGB-Haus
Beyerlestr. 1

VeranstalterInnen: FAU-Initiative Konstanz, AARK, Antifaschistischer Freundeskreis