Archiv für Mai 2009

aufmucken gegen rechts

Heute beginnt das Radiocamp am Bodensee

und geht bis Sonntag auf dem DGB-Jugendcamp Markelfingen direkt am Bodensee

Direkt am Bodensee gibt es einmal im Jahr ein Camp, das seit nunmehr 14 Jahren freie Radioaktive zum Kreativ-Werden, zum Lernen, zum Plaudern, zum Kontakte- knüpfen und zum Produzieren einlädt: das Radiocamp auf dem DGB-Gelände in Markelfingen.

Vom 20. bis 24. Mai 2009 werden unterschiedlichste Radioworkshops angeboten: ob nun redaktionell, technisch und theoretisch interessiert, neues zu Erfahren gibt’s auf allen Gebieten. Und da die Workshops dann noch mit kulturellem Programm, von verschiedenen Freizeitaktivitäten und wunderschöner Umgebung umschmückt sind, wird nicht nur die Wissbegier von Radio-Neulingen und Radio-Fortgeschrittenen gestillt, auch das Kontakteknüpfen, Neue-Leute-kennen-Lernen, Spaß-Haben und Diskutieren kommt nicht zu kurz.

In den vergangenen Jahren trafen sich hier RadiomacherInnen und GewerkschaftlerInnen allen Alters und aus allen Ecken der Erde, so soll es auch dieses Jahr werden.

Und wer glaubt, es ist ein Camp nur für alte Radiohasen und -häsinnen, irrt. Bisher haben alte und junge Kinder, Jugendliche und kleine und große Erwachsene auf dem Radiocamp ihre Neugierde und ihr Spaßbedürfnis befriedigt – sicher auch in diesem Jahr.

Also, bis zum Radiocamp!

http://www.aff-bawue.org/radiocamp09.htm

Die Workshops!

Workshops Donnerstag 21. Mai

On air – Einführungskurs

Mit Timo Stadler
Querfunk Karlsruhe

Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen:
Anschließen seit ihr natürlich noch keine perfekten RadiojournalistInnen,
aber ihr werdet die Grundkenntnisse haben, um eine Sendung zu gestalten
und auch etwas über das Selbstverständnis der Freien Radios wissen.

Interkulturelles Radio

Mit Beate Flechtker, Berlin
und Natalie Berger von Radio X, Basel

In freien Radios treffen sehr unterschiedliche Menschen aufeinander. Nicht nur Herkunft und Sprache unterscheiden uns, sondern auch Bildungsweg, Erziehung, Geschlecht, sexuelle Orientierung, gesellschaftlicher Status usw. Wir begreifen daher freie Radios als interkulturelle Lernorte und fragen nach den Methoden, dieses interkulturelle Lernen erfolgreich und erfreulich zu gestalten. Der Workshop bietet vor allem eine kurzweilige Einführung in die interkulturelle Kommunikation. Anschliessend wird je nach Interesse der TeilnehmerInnen kollegiale Beratung zu konkreten interkulturellen Projekten angeboten.

Recherche heißt dahinterhören
Mit Mercedes Pascual Iglesias
Tacheles Journalistinnenbüro Köln /
Redaktion „Vielfalt gestalten“ aktion courage

Der Workshop befasst sich mit dem Ohren-Spitzen, dem Genau-Hören, dem
hinter das Plauderrauschen-Hören – alles nötig, wenn Radiomachen mehr
sein soll als Tingeltangel. Also: Freude am, aber auch gesundes
Misstrauen in das gesprochene Wort. Und in das geschriebene sowieso. In die Tiefe gehen, statt in der Informationsflut baden ist das Ziel. Auf dem Workshop wird anhand von ein oder zwei konkreten Themen, die zu
Beginn von den TeilnehmerInnen vorgeschlagen, diskutiert und festgelegt
werden, konkrete Recherchearbeit geleistet. In Kleingruppen wird im
Internet recherchiert; außerdem werden Interviews mit anderen
Teilnehmern des Camps oder mit Passanten geführt. Die
Rechercheergebnisse der Kleingruppen werden abschließend im Plenum des
Workshops vorgestellt und verglichen (bei 4 Kleingruppen zu zwei Themen,
bei 2 oder 3 Kleingruppen zu einem Thema).


Radio und Gender oder wer spricht denn da?

Mit Martina Austen
Freies Sender Kombinat (FSK) Hamburg

Das Medium Radio ist hervorragend dazu geeignet die herrschende Heteronormativität zu hinterfragen und zu verschieben. Die Hörgewohnheit der meisten Hörer_innen versucht die Radiostimme in männlich oder weiblich zu kategorisieren, stößt dabei aber immer wieder auf verstörende Unendscheidbarkeit. Diese Unendscheidbarkeit lädt dazu ein gängige Stereotype zu durchkreuzen.
Der Workshop wird sich einerseits mit den sozialen Genderverhältnisse in Freien Radios befassen und wie sich diese in Praxis und im Alltag zeigen. Andererseits werden wir mit eigenen kleinen Audioexperimenten die Möglichkeiten erkunden mit Genderzuschreibungen zu spielen und diese zu dekonstruieren. Die Frage, auf welchen Ebenen solche Strategien wirksam werden und ob damit die patriachalen Machtverhältnisse ins Wanken gebracht werden können, wird uns dabei begleiten.

Abendveranstaltung:
Für ein ganz anderes Klima!

Mit zwei Personen von

Radio Dreyeckland Freiburg

Es kriselt im Gebälk des globalen Kapitalismus. Nicht nur die
Finanzmärkte sind ins Wanken geraten – die von Menschen verursachte
Klimakrise potenziert die Gefahr, dass die Existenz von Millionen
Menschen ruiniert wird.
Politik und Wirtschaft sind bemüht, das System zu reorganisieren, damit
es mit dem Wirtschaftswachstum wieder aufwärts geht. Zugleich ist
offensichtlich, dass die aktuelle Bearbeitung der ökologischen Krise
unangemessen ist und in großem Tempo ins Desaster führt. Eine völlige
Neuorientierung ist notwendig.
Wie können unabhängige Medien in diese Situation eingreifen? Wie können
sie die Klimakrise gesellschaftlich politisieren und zu einer
Bewältigung derselben mobilisieren?
Die von Radio Dreyeckland zusammen mit sechs europäischen Partnern
lancierte Radiokampagne „Dynamo Effekt“ für eine klimagerechte
Energievorsorge setzt auf eine Kombination aus Radiofeature, Podcast,
Internet und Event. Es geht um Optionen der Energiegewinnung, der
Produktion und des Konsums, um Wohnen und Mobilität.
Wir laden euch zu einem Workshop ein, stellen „Dynamo Effekt“ vor,
freuen uns auf eure Anregungen und sind gespannt, wo und wie ihr die
Kampagne mitgestalten könnt und möchtet.

Workshops Freitag 22. Mai

Audiobearbeitung mit Audacity
Mit Heike Demmel
Radio Z aus Nürnberg

Das digitale Schnittprogramm Audacity wird mittlerweile in vielen Freien Radios eingesetzt – und auch weit darüber hinaus. Audacity
hat einige Vorteile: In die neueren Versionen sind viele Anregungen aus der Radioszene eingeflossen, und die Software wird kontinuierlich weiterentwickelt. Außerdem ist Audacity ein Open Source-Programm
und plattformübergreifend – läuft also unter Linux, Windows und
Macintosh.

Das Programm ist einfach zu erlernen, hinter der schlichten Oberfläche verbergen sich aber auch viele weitergehende Features.
Im Workshop lernen wir Audacity an praktischen Beispielen kennen, üben den sicheren Umgang im alltäglichen Radiobetrieb und werfen einen
Blick auf die neuesten Features.

DJ-Workshop Vinyl
Mit Antje

Leipzig

Wo schalte ich die Anlage an?
Wofür ist ein Gain-Regler am Mischpult da?
Was ist eine Bassdrum?
Wie kann ich Musiktitel ineinander mischen und worauf muss ich dabei achten?
Nach einer Einführung in die DJ-Technik (Verstärker, Plattenspieler,
Mischpult, Kopfhörer), Infos zu Aufbau, Dynamik und Geschwindigkeiten
von Musikstücken sowie Rhythmusübungen werden im Workshop die
einfachsten Methoden des Mischens von Musiktiteln vorgestellt und geübt.
Gern könnt Ihr eigene Schallplatten mitbringen!

Bauen einer Pegelanzeige
Mit Wera Morawietz
Radio Dreyeckland Freiburg

Immer wieder gibt’s das Problem: unterwegs Interviews führen oder O-Töne auffangen wollen. Ein häufiges Problem: die meisten mp3-Player haben keine Aussteuerungsanzeige und ohne diese ist gute Aufnahmen zu machen schwierig.
Ein weiteres häufiges Problem: ein abgerissener Audiostecker, der aber dringend gebraucht wird, ein technisches Gerät, wo die Garantie schon abgelaufen ist, es aber eigentlich gut war und nur eine Lötstelle zu erneuern wäre….
Beide Problemstellungen wollen wir angehen: am Vormittag gibt es "Löten
für AnfängerInnen", nachmittags wird dann das neu Erlernte gleich
angewendet, in dem eine Aussteuerungsanzeige gebaut wird.

Am Anfang war das Wort
Workshop zur Moderation im Hörfunk

Mit Jörg Braune
Radio T Chemnitz

Die souveräne Moderation ist das wichtigste Element des Hörfunks. Sie stellt die beseelte Verbindung zu den Hörerinnen und Hörern her und bestimmt maßgeblich die Wahrnehmung eines Senders. Ohne sie verlieren recherchierte Informationen, Beiträge und selbst Musikstücke an Wert.

Dieser Workshop möchte praktische Übungen zur Erstellung eigener Moderationen mit gemeinsamer Reflektion verbinden und Grundlagen für eine selbständige Weiterentwicklung legen.

Workshops Samstag 23. Mai

Klug-witzig-spaßig? Wie klingt
„mein“ Radio?
Workshop für Kinder und Jugendliche
Mit Katja Röckel
Radio Blau Leipzig

Ob ein verstopfter Getränkeautomat, Dauerbeschallung durch Züge
oder Bodenseeromantik: über all das lässt sich prima im Radio
reden: nur wie stelle ich es an, dass es für mich und andere spannend
wird, sowohl beim machen, als auch beim Zuhören?
In diesem Jahr steht der Radioworkshop für Kinder und Jugendliche
ganz im Zeichen des kreativen Austobens mit Themen und deren Umsetzbarkeit
fürs Radio: muss es immer eine Umfrage sein, ab wann nervt mein eigenes
Gelaber und wie stelle ich kluge und witzige Interviewfragen? In lockerer
Runde und in kleinen Gruppen produziert ihr eure eigenen Beiträge,
die euch Lust machen werden am Radiomachen dranzubleiben!

Solltet ihr bereits eigene Sendungen oder Radiobeiträge gemacht haben,
wäre es klasse, wenn ihr diese zum Workshop mitbringen könnt.

Lost in Music
Musikvermittlung im Radio

Mit Martin Büsser

Mit dem Kulturauftrag der Öffentlich-Rechtlichen ist es nicht weit her. 2009 wurde beim HR mit »Der Ball ist rund« eine der letzten anspruchsvollen Plattformen für Independent-Musik eingestellt. Mit der Begründung, der HR müsse sich mehr der Mitte und dem Mainstream öffnen. Ist das die Chance für freie Radios, Lücken zu schließen? Doch auch hier gilt: Musikvermittlung meint mehr als nur das Runterspielen von persönlichen Lieblingssongs.
Um Musik bewerten und in einen Kontext stellen zu können, um also eine gut kommentierte Sendung machen zu können, benötigt man historisches Wissen über die einzelnen Künstler und das Umfeld, dem sie entstammen.

Der Workshop von Martin Büsser gibt hierzu Tipps, Lektüreempfehlungen und natürlich Musikbeispiele. Und er geht der Frage nach, was der Mehrwert einer guten Musiksendung im Radio gegenüber Plattformen wie mySpace sein kann. Falls von den TeilnehmerInnen gewünscht, kann gerne auch praktisch gearbeitet werden, zum Beispiel eine Sendung zu einem konkreten Thema erstellt werden.

Zip-fm – Workshop

Zip-fm ist das Nachrichtenmagazin aus dem Zusammenschluss Freier Radios. Es wird täglich von Dienstag bis Freitag von Radiomachenden aus verschiedenen Freien Radios produziert. Für jeden Tag ist ein anderes Team zuständig, das eine halbe Stunde Nachrichten aus dem Internetpool von Beiträgen bei freie-radios.net zusammenstellt. Das vielfältige politische Info-Magazin zip-fm wird von Freien Radios des Bundes Verbandes Freier Radios genutzt und per UKW und Internetstream ausgestrahlt.

In dem Workshop wollen wir uns über die einzelnen zip-fm Sendungen austauschen und Sendekritik üben. Darüberhinaus wird die Zip-Radaktion sich neue inhaltliche Schwerpunkte für die nächsten Monate setzen, abhängig von den politischen Ereignissen in der nächsten Zeit.
Die Zip-fm Redaktion verändert sich stetig und braucht dringend Zuwachs. Wenn du also Lust hast an einem bundesweiten Team Freier RadiomacherInnen mitzuwirken oder einen Einblick in unsere Arbeit bekommen möchtest, bist du bei diesem Workshop genau richtig.

Trailer/Jingle-Workshop
Marc Ender
Andreas Usenbenz
FreeFM Ulm / Schlecktronik

Bei diesem Workshop wird euch gezeigt, wie ihr gute Jingles und Trailer
für eure Sendungen, Previews & Veranstaltungshinweise produziert. Vermittelt
wird auch die nötige Technik am digitalen Schnittplatz, mit der Standard-Software
Audacity. Ihr solltet erste Grundkenntnisse im digitalem Tonschnitt mitbringen.

Dort Kampf, hier Krampf

Aktuelle Arbeits- und Klassenkämpfe in Frankreich und Deutschland

Straßenblockaden, Streiks, Betriebsbesetzungen, Boss-Napping und politische Generalstreiks mit Millionenbeteiligung. Während sich in Frankreich und anderen Ländern die Menschen im Zuge der Krise entschieden zur Wehr setzen, bleibt es in Deutschland weiterhin ruhig. Das ist nichts Ungewöhnliches. Schon seit Jahren schauen viele fast schon neidvoll auf das Nachbarland, wo ArbeiterInnen und Studierende immer wieder soziale Kämpfe führen und beachtenswerte Erfolge erzielen. Das wiederum war nicht immer so.

Seit 1995 haben sich in Frankreich syndikalistische Gewerkschaften in Szene gesetzt und die Gewerkschaftslandschaft nachhaltig verändert. Ihre Konzepte der Basisinitiative und der direkten Aktion haben sogar die großen Gewerkschaften unter Druck gesetzt, kämpferische Dynamiken von unten zuzulassen. Während so die ArbeiterInnen über ihre Forderungen, Kämpfe und Methoden ein gutes stückweit selbst entscheiden können und dadurch einen großen Kampfgeist entwickeln, bestimmen in Deutschland ausschließlich die basisfernen Gewerkschaftszentralen stellvertretend über die Belange der ArbeiterInnen. Es wird alles sozialpartnerschaftlich auf zentraler Ebene ausgehandelt und die direkte Konfrontation in den Betrieben untersagt, wodurch eine Passivität der Menschen erzeugt wird. Die DGB-Gewerkschaften wirken so als ordnende Hand und garantieren den Frieden in den Betrieben, dem Rückgrat des Kapitalismus.

Am Beispiel der gegenwärtigen Klassenkämpfe erläutert Holger Marcks (FAU Berlin, Redaktion „Direkte Aktion“) die Unterschiede zwischen dem sozialdemokratischen und dem syndikalistischen Gewerkschaftskonzept. Im Vordergrund steht dabei die Frage, weshalb die Form der Gewerkschaftsstrukturen entscheidend ist, damit sich antikapitalistische Kämpfe dynamisch entfalten können. Diskutiert werden sollen dabei auch die aktuellen Perspektiven für Basisgewerkschaften in Deutschland.

Mo., 25 Mai 2009, 19.00 Uhr
Konstanz
Radio-Raum im DGB-Haus
Beyerlestr. 1

VeranstalterInnen: FAU-Initiative Konstanz, AARK, Antifaschistischer Freundeskreis

Marx-Kenntnisse vertiefen!

Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie II

05.-07. Juni in einer zentral gelegenen Stadt, wie Göttingen oder Hannover

Mit diesem Seminar wollen wir euer Wissen über „die Kritik der
politischen Ökonomie“ vertiefen. In Zeiten der Wirtschaftskrise und
globalen Probleme ist Marx wieder aktueller denn je. Oft sind die
Kenntnisse über seine Kapitalismuskritik bei Linken auf wenige Eckpunkte
begrenzt. Aber mit Marx kann man mehr als „nur“ die Ausbeutung und das Profitstreben erklären.

Dieses Seminar soll für seine TeilnehmerInnen einen Einstieg für ein
tieferes Verständnis von kapitalistischer Produktion, Weltmarkt,
Finanz- und Handelswelt bieten. Wir wollen uns der Marx’schen
Analyse langsam nähern und auch Grundkenntnisse auffrischen. Denn
die Kritik ist der Kopf der Leidenschaft und damit die
Vorbedingung für eine gehaltvolle Kapitalismuskritik.

Teamer: Bodo Niendel, Marco Heinig

Infos & Anmeldung: http://www.linksjugend-solid.de/aktuelles/seminare/
Anmeldung: politikundkultur@gmx.de