Archiv für April 2009

Geheime Jahrestagung

Villingen-Schwenningen − Unter konspirativen Umständen veranstaltet die Gesellschaft für freie Publizistik (GfP), die größte rechtsextreme kulturpolitische Vereinigung in Deutschland, ihren diesjährigen Kongress vom 8. bis 10. Mai 2009.

Getagt wird an einem bisher geheim gehaltenen Ort unter dem Motto „EU − Europas Unglück“. Vorsitzender der 1960 von ehemaligen SS-Offizieren und NSDAP-Funktionären gegründete GfP ist Andreas Molau, frischgebackener DVU-Bundessprecher und stellvertretender niedersächsischer NPD-Landesvorsitzender. Als Referenten sind Walter Post, Buchautor des geschichtsrevisionistischen Grabert-Verlages und Referent bei der Waffen-SS treuen HIAG, Mario Kandil, Mitarbeiter der Reihe „Deutsche Geschichte“ (Druffel-Verlag), Dimitrij Grieb, Autor der „National-Zeitung“, Mitarbeiter des FPÖ-Europaabgeordneten Andreas Mölzer, Karl Richter, Stadtrat der NPD-Vorfeldorganisation Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) in München, der DVU-Bundesvize und Landeschef in Sachsen-Anhalt Ingo Knop sowie Patrik Brinkmann, Mitgründer der rechtsextremen KontinentEuropa Stiftung und Harald Neubauer, Mitherausgeber von „Nation&Europa“ angekündigt. Anmeldungen für die Tagung nimmt Jürgen Schützinger im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen entgegen. Schützinger ist NPD-Landesvorsitzender im Ländle und geschäftsführender Bundessprecher der Deutschen Liga für Volk und Heimat. (am)

Quelle: http://www.bnr.de/

Konstanz: Zehntausend Euro für eine Steckdose

Die DB AG erhöht die Preise für das Gedenken an die Deportationsopfer / TV-Interviews auf Bahngelände weiter verboten Strom abgeschaltet – Interviews verboten

KONSTANZ/BERLIN – 24 Stunden vor Ankunft in Konstanz hat die DB AG dem „Zug der Erinnerung“ telefonisch mitgeteilt, dass eine Stromversorgung auf Gleis 1 des Hauptbahnhofs nicht zur Verfügung stehe. Um die Ausstellungswagen dennoch mit Licht zu versorgen, müssten 10.000.- Euro (in Worten: zehntausend Euro) gezahlt werden.

Zur Begründung heißt es, dass sich weder im Hauptbahnhof noch auf den Gleisanlagen eine geeignete Steckdose befinde. Die Sperrung des für sicher gehaltenen Stromzugangs erfolgt so kurzfristig, dass eine technische Alternative nur schwer herstellbar ist. Anfahrt und Aufenthalt des Zuges in Konstanz stehen in Frage.

Damit verschärft die DB AG ihren Boykott, dessen bisheriger Höhepunkt das Verbot von Filmaufnahmen vor dem „Zug der Erinnerung“ ist (Anordnung der DB AG: Die öffentliche Berichterstattung wird eingeschränkt). Wie die Pressestelle der DB AG anordnet („Gestattung für Aufnahmen auf Gelände und in Anlagen der DB AG“), werden „Interviews mit Initiatoren der Veranstaltung … nicht auf DB-Gelände gemacht“.

Um das Gedenken an die Deportationsopfer in Konstanz trotz der neuen Behinderungen zu ermöglichen, hat der Verein die städtische Verwaltung gebeten, auf Gleis 1 einen dieselgetriebenen Stromgenerator bereitzustellen, der die provisorische Versorgung der Ausstellung doch noch sichern könnte. Ohne Beleuchtung sind die Exponate – Fotos und Dokumente der deportierten Kinder – nicht zu erkennen. Der Verein bittet die Konstanzer Öffentlichkeit um Hilfe und Unterstützung. „Die Deutsche Bahn AG setzt ihre Politik der Ignoranz, des Boykotts und der Unterdrückung des Gedenkens fort“, heißt es in einer Stellungnahme der Zugbegleiter. “

Gegen diese Geschichtsvergessenheit steht der stille Protest von bisher 280.000 Menschen, die auf die Bahnhöfe kommen, um die Deportierten zu ehren. Dieser Zuspruch ist stärker als jedes Verbot.“

Quelle: http://www.zug-der-erinnerung.eu/