linksunten.indymedia.org

Weniger als ein Jahr nach seiner Gründung ist mit Indymedia linksunten das vierte deutschsprachige IMC online gegangen: linksunten.indymedia.org. Zu den Protesten gegen den NATO-Gipfel in Strasbourg und Baden Anfang April organisiert linksunten ein IMC im Rahmen des Convergence Centers vom 25. bis zum 31. März im Autonomen Zentrum KTS Freiburg.

Nach einem knapp einjährigen Organisationsprozess steht linksunten.indymedia.org ab sofort als strömungsübergreifende Plattform für unabhängige Berichterstattung zur Verfügung. Auf mehreren Treffen in verschiedenen Städten im Südwesten Deutschlands wurde die politische Zielsetzung des Projektes festgelegt und in einem Mission Statement veröffentlicht. Als Teil der Aufnahme in das Netzwerk der Independent Media Centres (IMC) wurden Moderationskriterien verfasst, anhand derer die Beiträge von den ModeratorInnen sortiert werden. In den letzten Wochen haben wir unsere Homepage aufgebaut.

MedienaktivistInnen können ModeratorInnen werden, wenn sie von einem/einer ModeratorIn auf der internen Mailingliste vorgeschlagenen wurden und es innerhalb einer Woche keinen Widerspruch gab. Außerdem sollten sie regelmäßig an den Treffen von Indymedia linksunten teilnehmen.

Es gibt auf linksunten.indymedia.org die Möglichkeit sich anonym anzumelden, um einen Account-Namen zu registrieren und dadurch Kontinuität und Wiedererkennung zu ermöglichen. Alle Inhalte können natürlich auch ohne Anmeldung und ohne vorherige Moderation veröffentlicht werden. Zusätzlich können angemeldete NutzerInnen den Status von GenossInnen erhalten, wenn mindestens eine moderierende Person ihnen vertraut. Innerhalb eines Tages teilt dieseR ModeratorIn die Freischaltung auf der internen Mailingliste mit. GenossInnen können eigene Inhalte nachträglich ändern, sowie Kollektivartikel mit autonomer Rechteverwaltung erstellen. Weiter gibt es verschiedene Rollen für die technische Wartung und Entwicklung der Website. Zukünftige Techies müssen an mindestens einem Treffen von IMC linksunten teilnehmen und sich schon zuvor als ModeratorInnen engagiert haben.

Indymedia linksunten soll eine Plattform für emanzipatorische Berichterstattung zu politischen Ereignissen und Themen sein. Sie soll lokale Vernetzung fördern und ist gleichzeitig ins globale Indynetz integriert. Bereits im Entstehungsprozess hat uns die Solidarität anderer IMCs bei der Suche nach Servern außerhalb Europas geholfen. Zugleich waren der Testserver von Indymedia linksunten indirekt von der Repression gegen Indymedia UK betroffen. Auch IMC linksunten hat durch die Veröffentlichung von Modulen für das von vielen IMCs genutzten Content Management Systems Drupal unter einer freien Software-Lizenz das Netzwerk solidarisch unterstützt.

Bei der technischen Realisierung der Website haben wir uns an den Bedürfnissen politischer Medienarbeit orientiert. Anonymes Veröffentlichen wird durch das OpenPosting-Prinzip realisiert. Die Sicherheit von AutorInnen und LeserInnen soll durch ein freies https-Zertifikat verbessert werden, für welches das Root-Zertifikat von CaCert importiert werden muss. IP-Adressen werden wir selbstverständlich nicht speichern.

Transparenz der Moderation soll durch Versionsgeschichten, einsehbare Listen versteckter und zensierter Inhalte und öffentliche Mailinglisten gewährleistet werden. Die Mobilisierungsfähigkeit soll durch einen Kalender und eine Terminliste zusätzlich unterstützt sowie deren Vernetzungsaspekt hervorgehoben werden. Gleichzeitig wird so auch ein chronologisches Archiv aufgebaut. Technische Hürden beim Verfassen von Inhalten sollen durch einen HTML-Editor mit menügeführter Integration von Fotos abgebaut werden. Bildergalerien und Audioplayer sollen Präsentation und Wiederverwendung von Fotos und Audiodateien ermöglichen.

Viel Zeit haben wir auf die Darstellung und Moderation von Ergänzungen und Kommentaren verwendet. Ergänzungen werden hervorgehoben, indem nicht-inhaltliche Kommentare eingeklappt dargestellt werden. Diskussionen werden durch die Möglichkeit auf Ergänzungen und Kommentare zu antworten gefördert und übersichtlicher. Kommentare können dynamisch ausgeklappt und die Sortierung in Ergänzungen und Kommentare kann aufgehoben werden.

Besonderes Augenmerk haben wir auf die Mehrsprachigkeit von linskunten.indymedia.org gelegt. Sowohl Inhalte als auch Menüs können leicht übersetzt werden. Dies ist im mehrsprachigen Dreyeckland die Voraussetzung für grenzüberschreitende Medienarbeit. Gerade in Hinblick auf den NATO-Gipfel Anfang April 2009 wird linksunten auch in Frankreich genutzt werden. Wir laden euch vom 25. bis zum 31. März ins Convergence Center im Autonomen Zentrum KTS Freiburg ein, um mit uns das Medienzentrum aufzubauen und für den Protest gegen den Gipfel zu nutzen.

¡Venceremos!

IMC linksunten

Communiqué vom 02.02.2009