Archiv für August 2008

Wolfgang Fritz Haug kommt Ende Oktober nach Konstanz

Wolfgang Fritz Haug, emeritierter Professor für Philosophie der FU Berlin, wird von der Hochschulgruppe DIE LINKE.SDS nach Konstanz eingeladen. Sein Vortrag soll der Auftakt zur Bildung einer Kapitallesegruppe sein, die sich im neuen Semesters regelmäßig an der Universität Konstanz treffen soll.

Für das Vorhaben, eine Kapitallesebewegung auch in Konstanz aufzubauen, hätte sich der SDS keinen besseren Vertreter holen können. Haug ist wahrscheinlich der derzeit bedeutendste marxistische Theoretiker im deutschsprachigen Raum. Er hat sich u.a. als langjähriger Herausgeber der Zeitschrift „Das Argument – Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften“, des Mammutwerks „Historisch Kritisches Wörterbuch des Marxismus“ sowie der 10-bändigen „Gefängnishefte“ von Gramsci einen Namen gemacht. Haug steht mit seinem gesamten Lebenswerk für einen erneuerten, wieder beim ursprünglichen Marx ansetzenden und von Gramsci inspirierten Marxismus, der sich nicht scheut, die Irrwege früherer Marxismen nach Marx scharf zu kritisieren.

Haugs Einführungsveranstaltungen in marxsches Denken an der FU Berlin hatten einen exzellenten Ruf und sind auch – mehrfach aktualisiert – in gedruckter Fassung erschienen. Seine im Jahr 2006 erschienene „Einführung in Marxistisches Philosophieren“ war sogar schon Gegenstand eines Seminars des Konstanzer Dozenten Mike Roth im WS 2006/2007. Anders als bei anderen Autoren sind die Einführungen von Haug nicht als Ersatzlektüre zu Marxschen Texten konzipiert sondern als Erläuterungen, die mit den Originaltexten parallel zu lesen sind. Für den Einstieg in das umfangreiche Werk Marxens wollen sie das Eis brechen, Hilfestellungen geben und die Lektüre erleichtern.

„Das Kapital ist nicht nur das Hauptwerk von Karl Marx, in dem das Paradigma geschichtsmaterialistischer Wissenschaft herausgearbeitet ist, sondern das Hauptwerk der Kapitalismustheorie schlechthin. Seine theoretische Leistung ist bisher von keiner anderen Schrift erreicht oder gar übertroffen worden. Allen Umbrüchen in Produktionsweise und Politik zum Trotz bewahrt Das Kapital noch immer »jene eigentümliche Lebenskraft«, mit der es, wie Karl Korsch 1932 feststellte, »im höchsten Grade ›zeitgemäß‹ geblieben ist und in vieler Hinsicht seine Zeit erst recht zu erfüllen anfängt«.“
Auszug aus dem Stichwort „Kapital-Lektüre“ im Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus von Wolfgang Fritz Haug: Download (PDF)

Mit der Kapitallesebewegung von DIE LINKE.SDS soll eine weitgehend verschüttete Tradition der 70er Jahre, das dreibändige Hauptwerk von Marx, „Das Kapital“, im Original zu lesen, wiederbelebt werden. Zu diesem Zweck werden derzeit an vielen Hochschulen Lektüregruppen gegründet, die untereinander ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig beflügeln sollen. Eine Website unter http://www.kapital-lesen.de/ dient dazu, für die Initiative zu werben, in Foren zu miteinander diskutieren, einen ReferentInnenpool zugänglich zu machen und über Veranstaltungen zu informieren.

Doch nicht erst seit der SDS dazu aufruft, werden an der Uni Konstanz marxistische Autoren gelesen: Seit mehreren Monaten trifft sich auf Initiative der Alternativen Hochschulegruppe wöchentlich eine fünfköpfige Lektüregruppe, die sich zunächst das populäre Buch von John Holloway „Die Welt verändern, ohne die Macht zu erobern“ vorgenommen hat.

Sendung bei Radio Lora, Zürich: anklicken und reinhören!

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