Archiv für Mai 2008

Strike Bike: Der Dokumentarfilm


Am Donnerstag den 05. Juni um 20:00 Uhr

Im Contrast Josef — Belli — Weg 11, Konstanz

Eine Belegschaft wird rebellisch

0 Chefs
1800 Fahrräder
115 Tage Werksbesetzung.

Die Geschichte einer kämpferischen Belegschaft, die sich traut, die Produktion in ihre eigenen Hände zu nehmen.

Voller Wut im Bauch besetzten die KollegInnen der Fahrradfabrik „Bike Systems“ in Nordhausen (Thüringen) am 10. Juli 2007 ihren Betrieb. Denn die gekündigte Belegschaft hörte an ihrem letzten Arbeitstag, dass der neue Eigentümer „Lone Star“ nicht mal mehr die ausstehenden Löhne bezahlen wollte. 115 Tage dauerte der Protest. Als Höhepunkt produzierten die Streikenden 1800 „Strike Bikes“ in Eigenregie.

In der Dokumentation kommen die ArbeiterInnen selbst zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Sie berichten über die Schwierigkeiten, eine Betriebsbesetzung zu organisieren, wie die Idee geboren wurde, ein Fahrrad zu produzieren und warum die Produktion nur eine Woche dauerte. Was am Ende bleibt, ist die außergewöhnliche Erfahrung, die die KollegInnen gemeinsam gesammelt haben — und ein rotes Fahrrad, das zeigt, dass Selbstverwaltung der Produktion funktionieren kann.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen!!

Indymedia Linksunten gegründet

*** Communiqué ***

Vom 23. bis 25. Mai 2008 wurde ein neues Independent Media Centre (IMC) für Südwestdeutschland gegründet: Indymedia Linksunten.

In Freiburg trafen sich etwa 30 MedienaktivistInnen aus dem Südwesten, um einen weiteren Knotenpunkt im weltweiten Netzwerk unabhängiger Medienzentren zu schaffen. Wir kommen aus der radikalen Linken, sind in autonomen Gruppen organisiert und verstehen uns als Teil antikapitalistischer und libertärer Bewegungen.

Wir sehen Medienaktivismus als ein wichtiges Werkzeug sozialer Kämpfe für eine emanzipatorische Gesellschaft. Hier trägt Indymedia als unkommerzielles und partizipatives Nachrichtenportal zu einer kritischen Gegenöffentlichkeit bei.
Durch die Dezentralisierung von Indymedia in Deutschland sollen soziale Bewegungen in der Region gestärkt und vernetzt sowie ihre Kämpfe in einen globalen Kontext gestellt werden. Linksunten versteht sich als offenes Projekt und ruft zu einer breiten Beteiligung auf.

Die Geschichte Indymedias ist eng mit dem weltweiten Widerstand gegen politische Gipfeltreffen verknüpft. Auch der 60. NATO-Gipfel im Frühling 2009 in Strasbourg und Kehl wird nicht ohne Gegenwehr und alternative Berichterstattung von linksunten stattfinden.

Don‘t hate the media, become the media!

Indymedia Linksunten

Freiburg, 25. Mai 2008

*** Ausblick ****

4. Juli 2008
-> Soliparty für das Autonome Medienkollektiv Rhein-Neckar im Juz Mannheim

5.-6. Juli 2008
-> Zweites IMC Linksunten-Treffen im Juz Mannheim

18.-20. Juli 2008
-> Drittes IMC Linksunten-Treffen in der KTS Freiburg

19. Juli 2008
-> Soliparty für IMC Linksunten in der KTS Freiburg

*** Ressourcen ***

Radiofestival in Zürich 10. bis 14. Juli

Das Radio Lora, Zürich, lädt ein zum interkulturellen Festival der Freien Radios „RaDialoge08“. Das Festival findet statt vom 10. bis 14. Juli an verschiedenen Orten im Kreis 4, dem Züricher Stadtviertel rund ums Lora.

Anlaß ist das 25 jährige Bestehen des LoRa, dem linken Lokalradio von Zürich.

>>> http://lora.ch/

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Autonomes Seminar an der Uni Konstanz

Die Alternative Hochschulgruppe lädt ein zur Vorbereitung eines Autonomen Seminars und hat jetzt einen eigenen Blog:

http://ahg.blogsport.de/

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Wir trauern um ein weiteres Opfer der Zwangsmassnahmen

Abdi (Abdul) Daud

1968 — 2008

Abdi Daud starb nach monatelanger Krankheit am 23. März 2008 unter ungeklärten Umständen in einem Zürcher Spital.

Abdul Daud verbrachte die letzten 10 Monate seines Lebens im Ausschaffungsgefängnis Kloten II. Er litt an einer schweren, chronischen Krankheit und beklagte sich, wie seine Mitgefangenen erzählen, über Monate hinweg über unzureichende Behandlung und ärztliche Betreuung.

Die medizinische Betreuung von Menschen in Ausschaffungshaft und von abgewiesenen Flüchtlingen wurde in den letzten Monaten und Jahren systematisch reduziert. Abdi Daud hat dies nicht überlebt.

Gruppe augenauf und somalische Flüchtlinge in der Schweiz

Die Trauerfeier findet am 27. Mai um 15.30 Uhr auf dem Friedhof Sihlfeld (Feld 8 ) statt.

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Tübingen: Bunt statt Grün!

Kundgebung gegen die Maisingen-Polizeigewalt am 07-05-08

Polizeiliche Gewaltexzesse gehörten bislang nicht zum Standardrepertoire der Tübinger Politik. Umso erschreckender muten die Ereignisse der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai in dieser Stadt an.

In mindestens drei Fällen prügelten vermummte und gepanzerte Polizei-Einsatzkräfte auf die friedliche Menge Protestierender ein – und das, obwohl die Lage in diesem Jahr „eher ruhig“ war, wie ein Polizeisprecher dem Schwäbischen Tagblatt gegenüber zugeben musste. Wie jedes Jahr hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, um ihren Protest gegen den Fackelmarsch der reaktionären Studentenverbindungen auszudrücken. Diese sind offensichtlich der Meinung, jedes Jahr gegen den mehrheitlichen Willen der AnwohnerInnen und die zehnfache Menge von protestierenden Menschen im Stadtzentrum ihr Maisingen abhalten zu müssen. Im letzten Jahr konnte dieser Aufmarsch durch friedliche Intervention in Form einer Blockade verhindert werden. Doch dieses Jahr sollte alles anders werden:

Um dem farbentragenden Männergesangsverein auch gegen vehementen Protest den Zugang zum Holzmarkt zu ermöglichen, wurden knapp 200 Staatsuniformierte mehr aufgeboten. Insgesamt waren mindestens 500 Beamte im Einsatz. Dieses Mehr an PolizeibeamtInnen schirmte den Aufzug der Verbindungsstudenten nicht nur ab, es prügelte ihm auch rücksichtslos den Weg frei. Ohne erkennbare Provokation wurde mehrmals hemmungslos Gebrauch von Schlagstock und Faust gemacht. Völlig ohne Sinn wurden beispielsweise in einer abgelegenen Nebengasse (Hafengasse) mehrere hundert Menschen eingekesselt. Um ihre Friedfertigkeit zu demonstrieren hob die erste Reihe die Arme, gab damit ihren Schutz auf und rief „Wir sind friedlich, was seid ihr?“. Die Antwort erfolgte in Form einer Prügelorgie. Nicht der einzigen an diesem Abend: Weitere völlig unverhältnismäßige Polizeiaktionen fanden vor der Polizeiwache in Derendingen statt, wo sich eine kleine, vollkommen friedliche Menge zusammengefunden hatte, um auf die Freilassung ihrer inhaftierten FreundInnen zu warten. Diese wurde erst zusammengetrieben und -geschubst, eingekesselt und abgefilmt, und danach ohne vernünftigen Grund unter Einsatz von Tritten und Schlägen weggetrieben. Ähnlich brutal ging die Polizei bei der Räumung eines leer stehenden Gebäudes in der Doblerstraße vor, in dem zahlreiche Menschen eine Party feierten.

All diese Vorfälle dürften auch dem vor Ort befindlichen Oberbürgermeister nicht entgangen sein. Überhaupt ist unklar, inwiefern der notorische Selbstdarsteller Boris Palmer bei der ganzen Aktion die Regie führte oder zumindest mäßigend hätte eingreifen können. Mit den Befugnissen zu einer solchen Intervention brüstete er sich jedenfalls im Rahmen des Naziaufmarsches im Juli letzten Jahres.

Auch Polizei-Einsatzleiter Anton Saile steht nach der Nacht zum ersten Mai nicht gut da: Im Vorfeld des Fackelzuges hatte er beim Fernsehsender RTF von über 150 autonomen Gewalttätern schwadroniert und so den massiven Polizeieinsatz präventiv zu rechtfertigen versucht. Vom gewalttätigen schwarzen Block war in der Nacht jedoch nichts zu sehen – weshalb die Polizei wohl auch in vier von fünf Fällen Minderjährige festnehmen musste. Drei Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren wurden so zum Opfer der Staatsgewalt und trugen zum Teil Kopfverletzungen, in jedem Fall jedoch Traumata davon.

Für uns sieht Deeskalation definitiv anders aus. Um unseren Protest gegen den brutalen Polizeieinsatz und den Fackelzug der Deutschtümler und Säbelrassler auszudrücken, veranstalten wir eine Kundgebung:

Diese findet an diesem Mittwoch (7. Mai) zwischen 17 und 18 Uhr auf dem Holzmarkt statt.

Wir fordern:

  • keine Polizeigewalt gegen DemonstrantInnen hier und überall!
  • Schon gar keine Polizeigewalt gegen Minderjährige!
  • Schluss mit der Diskriminierung von DemonstrantInnen als „KrawallmacherInnen“ in Tübingen!
  • Schluss mit dem Herbeifantasieren gewaltbereiter DemonstrantInnen durch die Polizei im Vorfeld!
  • Keine weitere Hofierung der reaktionären Seilschaften durch die Stadt!
  • keine weitere Einschränkung der BürgerInnen Tübingens durch das Maisingen am 30. April!

Es rufen bisher auf:

* Antifa T
* Infoladen-Gruppe
* „Freie SchülerInnen-Organisation“ (FSO)
* „Rote Hilfe“ – Ortsgruppe Reutlingen-Tübingen

* „Bündnis gegen das Hofieren reaktionärer Seilschaften“

(Ihr könnt Euch als Gruppe gerne diesem Aufruf anschließen. kurze Meldung reicht und ihr werdet unter die Aufrufenden gesetzt)
PS: Wer noch eigene Berichte über Erlebnisse mit der Polizei an diesem Abend hat: Schickt sie doch an infoladen-tuebingen@web.de, damit sie – gern auch anonymisiert – Gehör finden können.

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Radiocamp am Bodensee vom 14. bis 18. Mai 2008

Am Bodensee gibt es einmal im Jahr ein Camp, das seit nunmehr 13 Jahren freie Radioaktive zum Kreativ-Werden, zum Lernen, zum Plaudern, zum Kontakte- knüpfen und zum Produzieren einlädt: das Radiocamp auf dem DGB-Gelände in Markelfingen.

Vom 14. bis 18. Mai 2008 werden unterschiedlichste Radioworkshops angeboten: ob nun redaktionell, technisch und theoretisch interessiert, neues zu Erfahren gibt’s immer. Und da die Workshops dann noch mit kulturellem Programm, von verschiedenen Freizeitaktivitäten und wunderschöner Umgebung umschmückt sind, wird nicht nur die Wissbegier von Radio- Neulingen und Radio- Fortgeschrittene gestillt, auch das Kontakteknüpfen, Neue- Leute- kennen- Lernen, Spaß- Haben und Ernsthaften- Diskussionen- Führen kommt nicht zu kurz.

In den letzten Jahren trafen sich RadiomacherInnen und GewerkschaftlerInnen allen Alters und aus allen Ecken der Erde, so soll es auch dieses Jahr werden. Und wer glaubt, es ist nur für alte Radiohasen und -häsinnen interessant: falsch. Bisher haben alte und junge Kinder, Jugendliche und kleine und große Erwachsene auf dem Radiocamp ihre Neugierde und ihr Spaßbedürfnis befriedigt – sicher wie dieses Jahr auch.

Also, bis zum Radiocamp!

- Weitere Infos zum Camp 2008
- Anmeldung

Infos zum Camps:

Querfunk,
Steinstr.23
76133 Karlsruhe
Tel: 0721/387858
Ansprechperson: Timo Stadler

>>> Initiative für Freies Radio in Konstanz: Radio Wellenbrecher

Workshops Donnerstag 15. Mai

On air – Einführungskurs
Mit Timo Stadler
Querfunk Karlsruhe

Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen:
Anschließen seit ihr natürlich noch keine perfekten RadiojournalistInnen,
aber ihr werdet die Grundkenntnisse haben, um eine Sendung zu gestalten
und auch etwas über das Selbstverständnis der Freien Radios wissen.

Magazinsendung spannend und attraktiv: Wie geht das?
Mit Andreas Klug
Radio Dreyeckland Freiburg

Am Vormittag Moderationsübungen mit dem Ziel, schöne Sendungen zu gestalten, locker von der Moderation zur Musik und wieder zurück zu kommen. Vom „Air-Check“ sprechen da manche – Versuche, die eigene Sendung schöner oder runder klingen zu lassen, klingt dagegen weniger aufgeblasen. Schließlich geht’s doch nur darum, engagierte Inhalte so überzeugend rüberzubringen, dass unsere HörerInnen gern zuhören.
Nachmittags die Technik: Hintergründe und ein kleinwenig Theorie zu richtigen Lautstärken und guten Mikrofonen, Werkzeugen wie Limiter und Expander. Kurz gesagt: Wie geht das, dass meine Stimme im Studio richtig gut klingt? Ein Technik-Update für TeilnehmerInnen mit bereits (etwas) Technik-Erfahrung

Stimmworkshop
Mit Ariane Zeuner
Radio Dreyeckland Freiburg

Wie kann ich entsprechend ansprechend im Radio sprechen? Was tun, wenn die Luft nicht reicht? Was tun, wenn die Stimme zittert?
Alles Rund um Stimme und ihrer Verbesserung.

Praktische Kritik der Kritik
Mit Ole Frahm / Torsten Michaelsen
FSK Hamburg

Ausgehen von Oskar Negts/ Alexander Kluges Forderung einer „proletarischen Öffentlichkeit“ in ihrem Buch „Öffentlichkeit und Erfahrung“ untersuchen wir unterschiedliche linke (Gegen)-Öffentlichkeitskonzepte wie sie in Freien Radios vorherrschen. Wir wollen anhand der eigenen Praxis im Freien Radio eine Kritik an diesen Konzepten entwickeln – und neue Perspektiven eröffnen.

Abendveranstaltung:
Medienaktivismus im Netz

Mit Mike Gerber
Querfunk Karlsruhe

Redaktionsarbeit im Internet, technische Möglichkeiten und praktische Realitäten

Workshops Freitag 16. Mai

Sich aussetzendes Radio
Mit Ralf Wendt
Corax Halle

Radio kann Wellen schlagen. Natuerlich tut es das auch, wenn es inhaltlich voller Verlautbarungen ist, gut gemeinter oder überhaupt gar nicht gemeinter – wir wollen uns aber an diesem Tag mit den Wellen beschäftigen, die Radiosituationen schlagen können.
Ein Seeufer als Studio, jede Menge Fragen und weniger Antworten, durch die Zelte wandelnde Mikrofone, die Menschen dahinter neugierig, aber ohne Ziel.
Es geht um Entdeckungen und um das schöne Moment der Unwissenheit und des Unerwarteten.
Wie setze ich eine solche Möglichkeit? Wo sind die Schlupflöcher im abgeschotteten Labor Radio?
Aber allein das Radio als Kommunikationslabor zu betrachten, sollte Spaß machen. Also keine Apparate, sondern Alchimie. Viel Spaß beim Köcheln der Fragestellungen!

Recherche heißt dahinterhören
Mit Mercedes Pascual Eglesias
Rheinisches JournalistInnenbüro Köln

Der Workshop befasst sich mit dem Ohren-Spitzen, dem Genau-Hören, dem hinter das Plauderrauschen-Hören – alles nötig, wenn Radiomachen mehr sein soll als Tingeltangel. Also: Freude am, aber auch gesundes Misstrauen in das gesprochene Wort. Und in das geschriebene sowieso.
Auf dem Workshop wird anhand von ein oder zwei konkreten Themen, die zu Beginn von den TeilnehmerInnen vorgeschlagen, diskutiert und festgelegt werden, konkrete Recherchearbeit geleistet. In Kleingruppen wird im Internet recherchiert; außerdem werden Interviews mit anderen Teilnehmern des Camps oder mit Passanten geführt. Die Rechercheergebnisse der Kleingruppen werden abschließend im Plenum des Workshops vorgestellt und verglichen (bei 4 Kleingruppen zu zwei Themen, bei 2 oder 3 Kleingruppen zu einem Thema).

Interkultur – was ist das und wie geht es?
Mit Beate Flechtker
Berlin

Im Allgemeinen verstehen wir unter Interkultur „die andere Kultur verstehen“. Meist beziehen wir dabei „die andere Kultur“ auf eine nationale oder ethnische Kultur. Wenn Konflikte auftreten, haben wir meist schnell eine Diagnose parat: „Das liegt an den kulturellen
Unterschieden.“ Meist wird dann Toleranz eingefordert. Neuere (kulturalismuskritische) interkulturelle Ansätze beschränken sich nicht auf die Aufklärung über Vorurteile und kulturelle Unterschiede. Im Workshop setzen wir uns damit auseinander, welche Bedeutung welches Konzept von Kultur in der Einwanderungsgesellschaft hat, und nehmen die eigenen Selbstverständlichkeiten und die eigene gesellschaftliche Positionierung in den Blick, denn Anerkennung und Gleichheit als interkulturelle Prinzipien setzen voraus, Ungleichheiten bewusst zu machen. Wir betrachten interkulturelle Situationen im Radio und überlegen, wie wir interkulturell zusammen arbeiten können.

Dieser Workshop findet eine Fortsetzung am Samstag. Die zwei Workshopteile können auch unabhängig voneinander besucht werden, auch wenn wir die zweitägige Teilnahme empfehlen.

Kinder- und Jugendradio
Mit Mila Burghardt
Radio FREI Erfurt

Wie kommt der Mensch ins Radio und wie kommt er wieder raus? Was passiert alles in diesem kleinen Kasten, der schon morgends gute Laune hat??
Du willst es herausfinden? Dann trau dich und krieche durch Kabel, Gehäuse und Lautsprecher direkt zum Kinder- und Jugendradioworkshop.
Denn hier kannst du alles rund ums Radio ausprobieren. Zusammen entwirren wir das Kabelchaos und produzieren mit deiner Musik, deinen Freunden und deinen Themen eine erste Radiosendung!
Der Kinder- und Jugendradioworkshop richtet sich an alle interessierten RadiomacherInnen zwischen sechs und 16 Jahren….bringe bitte CDs mit…

Abendveranstaltung:
Zip-fm Notfalltreffen

Viele Radios spielen es und wollen es weiter im Programm haben, doch nur von zu wenigen wird es produziert: das halbstündige Info-Magazin der Freien Radios. Zip-Fm.
Doch die Redaktion schrumpft zur Zeit. Es wird in der jetzigen Situation nicht mehr möglich sein, es so wie gewohnt aufrechtzuerhalten: in der Qualität und Quantität.
Bei dem letzten internen zip-fm-Plenum wurde beschlossen : bis zum Radiocamp werden wir es wie bisher aufrechterhalten. Doch wenn dann nicht neue Redaktionsmitglieder dazu stoßen, wird zip-fm nur noch 3 mal die Woche produziert werden.
Damit dies nicht eintrifft, gibt es ein großes Treffen in Makelfingen, wo möglichst viele Freie Radios anwesend sein sollten, wo die Arbeit für zip-fm vorgestllt wird, den Redaktionsmitgliedern von zip-fm Löcher in den Bauch gefragt werden können, einfach eingestiegen werden kann und es danach ein paar mehr Redaktionsmitglieder gibt….

Workshops Samstag 17. Mai

Interkultur – was ist das und wie
geht es?

Mit Siri Pahnke
Radio Blau Leipzig

In diesem zweitägigen Workshop setzen wir uns am ersten Tag damit auseinander, was eigentlich ‚Kultur‘ in der Einwanderungsgesellschaft bedeutet und wie wir selbst in unseren Radios interkulturell zusammen arbeiten können. Am zweiten Tag setzen wir das direkt in die Praxis um und planen gemeinsam ein interkulturelles Projekt. Die zwei Workshopteile können auch unabhängig voneinander besucht werden, auch wenn wir die zweitägige Teilnahme empfehlen.

An diesem Tag beschäftigen wir uns ganz praktisch mit der Planung einer oder mehrerer Veranstaltungen im Rahmen des Interkulturellen Radiofestivals im Juli 2008 in Zürich.

Bauen einer Telefon- Interview- Aufnahmemöglichkeit
Mit Wera Morawietz
Radio Dreyeckland Freiburg

Wer ein Radiostudio in seiner Nähe hat, hat meist technisch gesehen kein Problem, ein Telefoninterview zu machen.
Doch was ist, wenn du kein Studio in der Nähe hast? Da du entweder in einer Stadt ohne Freies Radio wohnst oder unterwegs bist? Oder eben mal schnell noch ein Interview machen willst, weil was interessantes in der Welt passiert ist, du es aber nicht mehr ins Radio schaffst?
Dieses Problem wollen wir beseitigen: wer ein Telefon mitbringt, kann sich ein Telefon (KEIN schnurloses), mit dem er/sie Interwies machen kann, wieder mit nach Hause nehmen.

Vormittags werden wir ein wenig löten üben und techisch schauen, wie das Vorhaben umsetzbar ist, Nachmittags dann soll das Telefon zu einem Telefon-womit-Interviews-geführt-werden-können umgebaut werden.

Hoffnungsträger Audacity
Mit Jörg Braune
Radio T Chemnitz

Während sich beim Server- und Büroalltag der Umstieg auf freie Software unter Linux recht problemlos gestaltet, nutzen die meisten Freien Radios für ihre Audiobearbeitung am Computer mehr oder weniger teure Kaufsoftware, unter Windows. Pro Computer-Schnittplatz kommen damit schnell 500 bis 1500 Euro zusammen (Betriebssystem + Schnittsoftware). Die bekannteste freie Audiobearbeitungssoftware heißt Audacity, kann auch zuhause genutzt werden und ist unter Windows und Linux lauffähig. Seit der Version 1.3.x ist Audacity den Bedürfnissen der Radioschaffenden besser angepaßt.
Im Workshop werden Stärken und Schwächen des Programms vorgestellt, und es wird der sichere Umgang im alltäglichen Radiobetrieb erlernt.

Musikworkshop
Mit Bruder
CCC, Berlin

Alle Musik im Internet!? Was bewirkt die Veränderung in den Musikverbreitungswegen?

Angst und Schrecken am Bodensee
Mit Joel Adami
Radio ARA, Luxemburg

Gonzojournalismus und kreatives Schreiben im Radio – klappt das überhaupt? Darf man im (freien) Radio subjektiv sein und wie lassen sich solche Inhalte rüber bringen? Der Workshop wird hierauf keine allgemein gültigen Antworten liefern, wir werden uns stattdessen gemeinsam mit diesen Fragen auseinander setzen. Wir werden uns verschiedene Techniken fürs kreative Schreiben ansehen und die Theorie von Hunter S. Thompsons „Gonzojournalismus“ durchleuchten. Damit es nicht zu trocken wird, bleibt der Workshop nicht rein theoretisch: Wir werden schreiben und eventuell auch einen Beitrag produzieren.
Für diejenigen, die 2007 am Bodensee waren, ist vielleicht noch der Beitrag „Angst und Schrecken am Bodensee“ in Erinnerung: Genau darum geht es!

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Presseerklärung des AK Antifa Mannheim zum 1. Mai 2008

Starke antifaschistische Proteste in Kaiserslautern, Nazi-Aufmarsch in Neustadt gestoppt, kämpferische revolutionäre Spontandemonstration in Mannheim.

Am 1. Mai 2008 fanden in der Rhein-Neckar-Region verschiedene antifaschistische und antikapitalistische Aktionen statt. In Kaiserslautern demonstrierten etwa 800 Menschen gegen einen Aufmarsch von bis zu 300 Nazis. Deren zweiter Versuch eines Aufmarsches, in Neustadt a.d.W., wurde von mehreren Tausend GegendemonstrantInnen nach wenigen Metern gestoppt. In Mannheim nahmen am Abend etwa 300 Menschen an einer antikapitalistischen Kundgebung teil. Spontan formierte sich im Anschluss daran eine Demonstration durch die Mannheimer Innenstadt und den Stadtteil Neckarstadt. Mit mindestens 16 Gewahrsamnahmen, Knüppeleinsätzen und einem martialischen Aufgebot versuchte die Polizei, die antifaschistischen Proteste einzuschüchtern und zu verhindern.

Kaiserslautern

In Kaiserslautern fand eine Demonstration eines antifaschistischen Bündnisses mit etwa 800 TeilnehmerInnen statt.
Die Polizei setzte den Nazi-Aufmarsch gegen die Protest durch. Die Nazis liefen etwa um 12 Uhr los. Organisator war das Neonazi-Netzwerk „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ (ABRN). Dahinter stecken bekannte Faschisten wie der Viernheimer René R. und Mario M., die auch als Anmelder für das ABRN fungieren. Weitere bekannte Nazi-Kader wie der Hooligan Christan H. und der Ludwigshafener Kameradschaftsführer Matthias H. nahmen ebenfalls teil.

Zeitgleich wurden auch im Internet Nazi-Strukturen angegriffen: Die Internet-Seite des ABRN wurde gehackt und dadurch die Nazis daran gehindert, ihre Propaganda auf diesem Wege zu verbreiten.

Neustadt

Die Nazis kamen aus Kaiserslautern mit mehr als einstündiger Verspätung an, weil die bereitgestellte S-Bahn ausgetauscht werden musste. Nach offiziellen Angaben handelte es sich um einen technischen Defekt; ob die Ursache eine antifaschistische Aktion war, ist bislang unklar. In Neustadt kamen mehrere Tausend AntifaschistInnen zusammen, um den Nazi-Aufmarsch zu verhindern. Trotz eines großen Aufgebots mit zwei Wasserwerfern, einem Räumpanzer, Helikoptern, Hundestaffel und mehreren Hundertschaften behelmter und mit Knüppeln bewaffneter PolizistInnen gelang es nicht, den Nazi-Aufmarsch durch die blockierten Straßen zu prügeln. Die Polizei nahm mindestens 16 AntifaschistInnen in Gewahrsam und nahm Verletzungen bei Knüppeleinsätzen in Kauf.

Die Nazis mussten trotzdem nach etwa hundert Metern stoppen. Mit so etwas wie einem „Sitzstreik“ versuchten sie ihre Demonstrationsroute zu „erzwingen“. Mehr als Spott ernteten sie damit nicht, ihr katastrophaler Auftritt wurde dadurch vielmehr endgültig zum peinlichen Schmierentheater.

Die von der Polizei vorgegebenen Richtlinien, mit denen der Nazi-Aufmarsch durchgesetzt werden sollte, wurde von engagierten
AntifaschistInnen nicht beachtet. Das brutale Vorgehen der Polizei führte dazu, dass sich spontane Proteste symbolisch auch gegen die Hintermänner der Polizeistrategie entluden: Die Scheiben eines CDU-Büros wurden zerstört, Banken entglast und Barrikaden entzündet.

Mannheim

Gegen 19:00 Uhr versammelten sich etwa 300 AntikapitalistInnen auf dem Paradeplatz. In Redebeiträgen wurden die kapitalistischen Verhältnisse kritisiert. Dem allgemeinen Ruf nach mehr Arbeit bei den gewerkschaftlichen 1.-Mai-Feiern mit Bier und Bratwurst setzten die KundgebungsteilnehmerInnen die Forderung nach einem besseren Leben für alle entgegen.

Spontan entschlossen sie sich, im Anschluss eine Demonstration durch die Mannheimer Innenstadt und den Stadtteil Neckarstadt durchzuführen. Das martialische Polizeiaufgebot sollte einschüchternd wirken und die Außenwirkung beeinträchtigen. Die DemonstrantInnen ließen sich davon nicht verängstigen und zogen lautstark und kämpferisch vom Paradeplatz bis zum Neuen Messplatz.

Erfolgreicher antifaschistischer und revolutionärer 1. Mai

Für die radikale Linke in der Region war der Tag wie auch in anderen Städten ein voller Erfolg. Trotz des riesigen Polizeiaufgebots konnte der Neustädter Nazi-Aufmarsch verhindert werden, eigene antikapitalistische Inhalte wurden in Mannheim erfolgreich vermittelt. Der 1. Mai bleibt ein Tag des antikapitalistischen Protests.

-- AK Antifa Mannheim